Seiltanz

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Blogwatch: Blickgewinkelt

Lange musstet ihr auf einen neuen Blogwatch-Post warten, aber bevor Inka auf ihre ‚Big Tour‘ geht möchte ich die Gelegenheit noch nutzen und euch ihren Blog vorstellen.
Auf ihrem Blog Blickgewinkelt hält sie uns immer über ihre Reiseplanung auf dem Laufenden, postet tolle Erinnerungen von vorherigen Reisen und versprüht mit Charme und Fröhlichkeit ihre gute Laune. Man hat gar keine Möglichkeit den Blog mit schlechter Laune zu verlassen 😉 Aber jetzt will ich sie doch mal selbst zu Wort kommen lassen, damit wir wissen was es mit dem Bild aus der Siedlung Qeqertarsuaq (Grönland) auf sich hat:

Hey Inka, wer bist du eigentlich? Was muss man über dich wissen?
Hallo Manuela.
Hm, es entscheiden ja eigentlich immer andere, was wichtig ist, und es ist irgendwie komisch, sich so vorzustellen.
Also ich versuchs mal: Ich habe Afrikawissenschaften studiert, war aber nur einmal in Afrika südlich der Sahara. Sowieso muss ich jetzt das ganze Gereise dringend nachholen, weil ich bis vor wenigen Jahren einfach nicht die finanziellen Mittel hatte. Und jetzt bin ich da irgendwie – besessen.
Ich bin leider ein totaler Sprachdepp, weshalb das gelernte Swahili wieder fort ist, Französisch sowieso und Spanisch gar nicht erst geklappt hat. Sogar mein Englisch lässt zu wünschen übrig. Wenn ich mir was wünschen könnte, dann, ein Sprachgenie zu sein.
Ich liebe den Winter und den Schnee. Auch wenn das in Berlin weniger schön ist, versuche ich allen Menschen beizubringen, weniger über die Kälte zu lamentieren, auf eine vernünftige Daunenjacke zu sparen und dann nicht-frierend die wunderschöne Natur im Winter zu genießen.
Mein Alltag ist mir eigentlich immer ein bisschen zu stressig, aber anscheinend brauche ich das so. Job, zu viele (und deswegen halbgare) Hobbys und der Mann mit seinen 4 Kindern müssen unter einen Hut gebracht werden. Ja, 4. Wir machen Patchwork. Also naja, er macht Patchwork und ich gucke zu.

Wenn man so eine tolle Reise bei einem Fotowettbewerb gewinnt, kommt der Verdacht auf du machst das professionell. Erzähl, wie geschickt bist du im Umgang mit deiner Emma? Und wie ist das tolle Bild zustande gekommen?
Nein, auf keinen Fall, ich fotografiere noch nicht sehr lange und bin ja auch noch schwer am Lernen, weil Emma (Spiegelreflex) ja gerade erst bei mir gelandet ist. Jetzt hat es mich ziemlich gepackt, aber so GANZ lieb ist Emma immer noch nicht zu mir.
Das Foto stammt von meiner Grönlandreise 2009, da hatte ich noch gar keine eigene Kamera. Ich war damals total panisch und dachte, ‚Mist, Du wirst Dich später megamäßig ärgern, wenn Du da keine Fotos machst‘. Also habe ich mir eine Kamera geliehen, eine Spiegelreflex, und ich hab immer schön im Automatikmodus draufgehalten. Leider sehen die Fotos manchmal auch danach aus, obwohl alleine die Motive das manchmal ganz gut rausreißen. Das Eis ist der Hammer!
Ähm, aber zurück zum Thema: Das Foto, das war witzig. Wir haben nach der Anlandung eine kleine Wanderung gemacht, vorne der Guide, dahinter die Gäste, das waren vor allem Chinesen. Ich sehe dieses Tor und die Eisbergbucht und denke ’nettes Motiv‘, schere aus und laufe auf das Feld, um das Foto zu machen. Hinter mir bestimmt 15 Chinesen her, die sich nach mir dann genau dort hinstellen, wo ich stand, um dieses Foto zu machen. Ich habe einen ganzen Tag gegrübelt, bis ich drauf gekommen bin: Die Fotografin an Bord hatte auch lange Haare (blonde, meine waren damals rot) und trug wie ich häufig ein Basecap. So, wie wir finden, dass Asiaten sich ähneln, geht es denen mit uns eben auch. Sie hatten mich verwechselt und dachten, das sei ein Bombenmotiv. Na gut, immerhin fand die Jury das ja auch. 🙂

Was würdest du im Vorfeld sagen, was dein Highlight während der Big Tour wird?
Ich bin megamäßig gespannt, wie ich es mit der Höhe in den Anden aushalte. Wenn es mir da nicht total dreckig geht, dürfte der Salar de Uyuni ein Highlight sein. Die Fotos, die ich von da gesehen habe, sind einfach traumhaft. Und weil es da manchmal aussieht wie auf einem anderen Planeten, haben der Mann und ich uns schon ein tolles Fotoprojekt ausgedacht. Das wird aber noch nicht verraten.
Nach dem Norden endet die gewonnene Reise und ich bin damit auf mich alleine gestellt und werde alleine wandern, was ja ursprünglich auch mein Plan war und worauf ich mich schon sehr freue (auch wenn der Mann das nicht gerne hört ;). Der Torres del Paine Nationalpark, von dem alle schwärmen, wird da ganz sicher ein weiteres Highlight sein.
Das dritte Highlight wäre natürlich auf jeden Fall die Reise in die Antarktis, wenn das denn klappt. Bis jetzt sieht es ja ganz gut aus, das wäre einfach unglaublich.
Ich habe also immer diese drei Sachen im Kopf, und deshalb habe ich ja auch auf meinem Blog von diesen Orten Postkarten verlost. Naja, als Antarktis-Ersatz musste natürlich erstmal das südlichste reguläre Postamt der Welt herhalten, was ja auch schon toll ist. Das liegt in Feuerland.

Es ist ja nicht das erste Mal das du eine tolle Reise unternimmst – wo warst du schon überall, und was sind deine Highlights?
Ich bin viel in Deutschland unterwegs gewesen und in unseren schönen Nachbarländern. Ein Jahr habe ich die Highschool in den USA besucht.
Highlight, da kann ich schon wieder nur mehrere nennen: Nach Spanien trampen fand ich toll, nach dem Abi sich frei machen. Natürlich nicht alleine sondern mit meinem damaligen Freund. Direkt vorher war ich mit meiner Schwester 12 Tage in Ägypten, meine erste Fernreise ohne Eltern, was klasse war. Die Krämpfe wegen des Elektrolytmangels hatte ich dann anschließend noch in Spanien. Ich lasse die unschönen Details mal beiseite, aber durch doofe Erlebnisse lernt man ja auch und die Reise wird im Nachhinein spannender. Und meine immer noch taube Stelle am Hintern durch eine ägyptische Spritze ist quasi meine erste richtige Reisenarbe. Yai!
Endgültig vom Reisefieber gepackt wurde ich in Afrika. Während einer Studienreise durfte ich in Tanzania und Zanzibar 6 Wochen verbringen. Kinder haben geheult, weil sie noch nie weiße Menschen gesehen haben – das hat mich unheimlich berührt.
Für das Highlight „Rheinsteig“ würden mich vermutlich viele auslachen, aber das ist tatsächlich so. Das war meine erste längere Wanderung in Vorbereitung auf Schottland und unglaublich schön, so allein mit mir und ganz in Ruhe die Natur und alles um mich herumschauen und mich selbst vergessen, seitdem bin ich im Wanderfieber und viel im Umland von Berlin oder in der Müritz-Region, z.B. zur Kranichbeobachtung. Es muss nicht immer so fern sein. Aber natürlich war der West Highland Way dann auch wieder sehr spannend und einer meiner absolut schönsten Urlaube bisher. Trotzdem das mit den Elektrolyten dann wieder… aber lassen wir das. Einfach unfassbar war Grönland – seitdem will ich in die Antarktis und liebe Eis wahnsinnig.
Ein Highlight in ganz anderer Hinsicht war wohl der Ligurische Höhenweg, auf dem ich mein erstes Video gedreht habe. Anschließend habe ich gegen meine Höhenangst einen Kletterkurs gemacht und gegen meine Spinnenphobie eine Vogelspinne auf die Hand genommen: Ich wollte sowas nie wieder erleben, das war echt grenzwertig. Gottseidank bekämpft Klein-Inka ihre Angst häufig mit Lachen, da steckt man sich dann selber an. Sowieso bin ich alleine mutiger, seltsamerweise. Trotzdem musste ich die Tour abbrechen, das war mir einfach zu gefährlich. Aber über das Video kann ich mich heute noch kaputtlachen, auch wenn es absolut laienhaft gemacht ist. Das kann man übrigens auf meinem Blog angucken, keine Ahnung, ob das für Außenstehende auch nur annähernd so lustig ist.


Seht ihr rechts im Bild die Frau, was für Dimensionen 🙂

Als Berlinerin, hast du einen ultimativen Must-Do-See Tipp für Berlin?
Uuuuh, wow, schwer. Berlin ändert sich so schnell, und leider bleibt zwischen Job und Hobbys gar nicht mehr so viel Zeit für Unternehmungen. Also ich würde sagen, als Neu-Berlinbesucher im Sommer ist sonntags der Mauerpark-Flohmarkt mit Karaoke ein Must-See, auch wenn das schon allgemein bekannt ist. Ich bin da selber immer noch gerne, ist nur leider am ganz anderen Ende der Stadt. Und das Holocaust-Denkmal sollte man auch gesehen haben, ich bin davon ein ganz großer Fan. Einfach ein bisschen reinlaufen, hinstellen und abwarten, was passiert. Da „verschwinden“ die namenlosen Leute, die vorbeikommen, das ist ganz grandios umgesetzt.
Ganz große klasse an einem schönen warmen Tag ist ein Bummel am Landwehrkanal lang: Am hässlichen U-Bahnhof Prinzenstraße aussteigen (da hab ich mal gewohnt: gruselig! :), in den Böcklerpark rein und dann immer am Kanal Richtung Osten, zwischendurch an der Ankerklause für ein erstes Bierchen Halt machen und zum Abschluss noch eins im Club der Visionäre. Am Abend dann z.B. ins Lux – die Kleinkunstszene in Berlin ist einfach toll. Ah, die Prinzessinnengärten hätte ich fast vergessen. Hm, auch nur im Sommer…
Im Winter gräbt man sich am Besten ein und besucht Berlin nicht. Und wenn doch: Spikes nicht vergessen! Wenn bei Eiseskälte mal wieder keine S-Bahn fährt, wurde garantiert NICHT gestreut. 🙂

Gute Reise Inka! Ich wünsche dir eine grandiose Zeit, und hoffe ab und an hören wir etwas von dir. So, das letzte Wort gehört dir 🙂
Ich danke Dir sehr für Dein Interview (wohoo, jetzt kann ich sagen, ich wurde interviewt!). Und natürlich für die Wünsche, ich bin so aufgeregt!
Achso, ja, das, was man noch über mich wissen muss ist, dass ich IMMER zu viel quatsche. 🙂

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