Seiltanz

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Im Orca Camp auf Vancouver Island: Wale, Kajaks, Wildnis und andere Abenteuer

Hùsavik, La Gomera und Hermanus – das sind nur einige der Orte, an denen ich bisher in meinem Leben Wale beobachten konnte!
Im Norden von Vancouver Island sollten aber einige Momente der besonderen Art auf mich warten!

Mit unserem Mietwagen setzten wir mit BC Ferries vom Festland auf Vancouver Island über und fuhren in 2 Etappen bis nach Port McNeill im Norden der Insel! Dort wartete bereits Alicia von Ecosummer mit einem Briefing auf uns und wir lernten noch unsere Gruppe für die Tage im Orca Camp kennen! Das Abenteuer kann beginnen!
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Whale-Watching – Buckelwale und die ersten Orcas

Der erste Tag der Tour startet mit einer ’normalen‘ Whale-Watchingtour mit einem motorisierten Boot! Schon nach einer kurzen Fahrt in Richtung Hanson-Insel tauchten vor uns die ersten Buckelwale auf, und diese sollten uns für die nächste Stunde in Bann ziehen! Nach einer warmen Suppe ging es in Richtung Johnstone Strait – das Revier der residenten Schwertwale! Und tatsächlich konnte man in einiger Entfernung, im Robson Bight Reservat, die bekannten schwarzen Rückenflossen ausmachen! humpback-whale-hanson-island buckelwal-vancouver-islandk-robben-alert-bay

Das Orca Camp

Am Nachmittag ging es zurück nach Port McNeill – für unsere Gruppe aber nur ein kurzer Zwischenstopp für einen Bootwechsel. Mit James Wassertaxi ging es in das Orca Camp von Ecosummer, das direkt am Robson Bight Reservat liegt.

Was uns dort erwartet hat, konnte ich erst gar nicht glauben! Schöne große Zelte, ein überdachtes Aufenthalts’zimmer‘, Toiletten mit Blick aufs Meer und nette Guides. Und das alles mitten in der Wildnis. Habe ich schon die Dusche erwähnt? Ich sage nur: heiße Dusche 🙂 Bei einem leckeren ersten Abendmahl und ein-zwei Gläschen Wein lernte man die Gruppe gleich ein bisschen besser kennen und die erste ‚Raben‚-Geschichte wurde erzählt. Dieses Ritual sollte auch für die folgenden Tage beibehalten werden!k-ecosummer-orca-camp-kajakecosummer-orca-camp

Rein ins Kajak, rauf aufs Wasser

Am nächsten Vormittag gab es dann eine Einweisung in die Welt des Kajaks und plötzlich saßen wir schon zu zweit auf dem Wasser! Leute wie ich, also ohne Armmuskeln, dürfen sich auf einen ordentlichen Muskelkater einstellen! Wir begannen den Vormittag bei ruhiger See mit einer Überquerung der Strait! Nachdem wir auf einer kleinen Insel einige Robben beobachten konnten, wurden wir direkt auf dem Wasser mit Tee und Snacks versorgt.
kajak-johnstone-strait robbe-johnstone-straitorca-camp-port-mcneill Während wir noch dabei waren die unglaubliche Landschaft zu genießen, bekamen unsere Guides über Funk die Info, dass sich einige Orcas auf uns zubewegten. Und tatsächlich, nur wenige Meter hinter uns konnten wir bereits ein Whale-Watchingboot sehen – und nur kurze Zeit später die ersten Rückenflossen! Während wir uns schon begeistert für die tolle Sichtung gratulierten, deuteten die Guides uns, still zu sein und wieder nach vorne zu sehen. Ohne, dass wir dafür irgendwas tun mussten, schwammen plötzlich einige Killerwale direkt auf unsere kleine Kajakgruppe zu! Ein kleiner Funke Angst, dass wir gerammt werden könnten, war da irgendwo im Hinterkopf. Aber es ging alles plötzlich furchtbar schnell und kaum tauchten die Orcas vor uns auf – tauchten sie schon wieder ab. Ob nun wir sie verschreckt haben, oder doch eher das Rudel Weißstreifendelfine, die plötzlich hinter uns schwammen, werden wir wohl nie erfahren.

Wir konnte die Wale noch einige Minuten beobachten, wie sie weiter Richtung Norden schwammen. Überglücklich von diesem grandiosen Erlebnis, sammelten wir unsere letzten Kräfte und nahmen die Überquerung zurück zum Camp in Angriff. Immerhin waren wir fast 6 Stunden auf dem Wasser! Zeit für ein köstliches Abendessen und einen entspannten Abend am Lagerfeuer!kayaking-with-orcas orca-camp-johnstone-straitorca-camp-ecosummerorca-kajakkajak-with-orcaskajak-orcas-canadakajak-orcas-vancouver-islandkajak-dolphins-vancouver-islandDer nächste Tag war leider sehr verregnet und die Wellen erlaubten es uns nicht, mit den Zweisitzern hinauszupaddeln. Stattdessen wurden wir, zumindest gefühlt, jede Stunde mit Leckereien versorgt. Am Nachmittag ging unser Guide Jeremy mit uns auf kleine Entdeckungstour in den Wald und zeigte uns verschiedene Pilze und Pflanzen und erzählte andere Geschichten rund um die First Nations und die Zedernbäume.

Die kommende Nacht wird mir dafür wohl auch für immer in Erinnerung bleiben – ein bisschen gruselig und verrückt. Mitten in der Nacht wurde ich durch einen lauten Knall geweckt, aber wirklich so laut, dass ich direkt auf den Beinen war. Dann hörte ich den Ruf von Jeremy nach dem zweiten Guide Jordan. Stille. Dann rief er alle Leute im Camp runter an den Strand – also schnell in die Schuhe geschlüpft und die Kamera gepackt. Habe ich doch gedacht, vllt gibt es ein Meeresleuchten?
Aber nein, die Geschichte war ein bisschen abstruser! Der Guide, sowie alle anderen, haben einen Hilfe-Schrei gehört und dann nichts mehr. Der Guide geht raus und ein Cougar (Puma) steht vor seinem Zelt. Also löst er den Bear Bang (lauter Knall mit Blitzen aus), von dem dann auch ich wach werde. Manchmal gibt es so verrückte Zufälle – jemand schreit im Traum (passiert demjenigen wohl öfter) Hilfe und ein Puma steht im Camp! Ich glaube wir haben alle ein bisschen gebraucht um wieder schlafen zu können. sunset-orca-campAm nächsten Morgen mussten wir das Camp leider vorzeitig verlassen! Unser nächstes Abenteuer, der West Coast Trail, wartete bereits auf uns und wir mussten noch in den Süd-Westen Vancouver Islands. Schweren Herzens stieg ich wieder in James Wassertaxi. Was für eine unvergessliche Zeit 🙂watertaxi-port-mcneill

Die wunderbaren Bilder von mir im Kajak und auf dem Holzstamm hat unser Guide Jordan gemacht und mir netterweise zur Verfügung gestellt!

Hinweis: Wir wurden von Ecosummer auf dieses Abenteuer eingeladen. Danke Andy! Meine Meinungen, Begeisterungsstürme und die neu erworbenen Armmuskeln bleiben davon aber unberührt! Vielen Dank auch an BC Ferries, die uns die Überfahrt nach Vancouver Island ermöglicht haben.

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