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West Coast Trail – Part 2 – von Cribs Creek bis Pachena Bay

Wie in Part 1 bereits angekündigt, gibt es nun noch die letzten drei Etappen auf dem West Coast Trail. 41km mussten wir an diesen drei Tagen noch zurücklegen und dabei soviele Fotos machen, weil die Landschaft immer schöner wurde 🙂

Die Etappen 5 bis 7:

Tag 5: Cribs Creek – Tsusiat Falls – 16km – 8h
Am Abgrund entlang

Den Spuren im Sand zufolge muss sich nachts ein großes Rudel Wölfe in der Nähe des Camps herumgetrieben haben – am frühen Morgen war aber keiner mehr zu sehen. Die Etappe war sehr abwechslungsreich, es ging oft hoch oben am Strand entlang, dann wieder ein paar km am Strand selbst. Der Tide-Table muss an diesem Tag besonders gut im Auge behalten werden. Nach den ersten zehn Kilometern kamen wir zu den Nitinat Narrows. Die Leute dort sind superfreundlich – und der Energiehaushalt steigt bei einer Cola und einem Schokoriegel auch gleich wieder ganz nach oben 🙂 Übrigens war das bei mir der Tag des unendlichen Hungers – ich hätte die ganze Zeit etwas essen können! Hippie (ob das sein echter Name war?) brachte uns zur anderen Uferseite, nicht aber ohne uns vorher noch eine kleine Extrafahrt zu spendieren. Ein bisschen gezogen haben sich die letzten Kilometer bis zu den Tsusiat Falls dann doch noch, aber spätestens ab dem Tsusiat Point (Hole in the wall) ist das Nachtlager schon zu sehen. Der Campsite war ziemlich voll, da viele von Pachena Bay nur bis dorthin laufen. Und was die Leute alles dort mithin bringen, z.B. ein Badmintonnetz – verrückt! Es kehrte abends recht schnell Ruhe ein – allerdings wurde hier die Regel mit den Bärenkanister nicht wirklich befolgt, was aber zum Glück ohne Zwischenfälle blieb.west-coast-trail-vancouver-islanddare-beach-wctwct-km34wct-wanderschuhebeach-view-west-coast-trailferry-nitinatnitinat-narrowswest-coast-trail-viewtsusiat-pointsunset-tsusiat-fallsTsusiat Falls – Michigan Creek – 13km – 6h
Die Flut kommt

Auch bei dieser Etappe sollte der Tag bereits gut geplant sein, die ersten Kilometer gibt es nur eine Strecke am Strand (sonst gibt es eigentlich immer einen Alternativweg im Wald) und diese ist nur bei Ebbe bzw. einer Tide unter 2,7m zu begehen. Aber erst einmal habe ich mir die Wasserfälle noch angesehen, war ich am Vorabend zu faul dazu. Das nächste Cablecar ließ auch nicht lange auf sich warten – immerhin kommen die Armmuskeln so auch zu ihrem Training 😉 Unterwegs konnten wir einmal für längere Zeit einen Wal beobachten, aber leider war er sehr weit weg. Am Nachmittag zog plötzlich eine große Wolkenwand auf uns zu und einige Zeit später waren wir komplett eingehüllt. Als wir unser letztes Lager aufgeschlagen haben, wurde nochmal lecker gekocht – denn auch die meisten Reserven konnten nun ohne schlechtes Gewissen verspeist werden. Die Nacht war etwas unruhig, noch bis spät in die Nacht sind immer wieder neue Leute angekommen und mein Zelt war nah an den Bärenkanistern. Zwischenzeitlich dachte ich schon, ein Bär schleicht durch das Camp.
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A foggy-beachcampsite-michigan-creekMichigan Creek – Pachena Bay – 12km – 4 1/2h
Victory Hike im Schnelldurchlauf

Endspurt! Die letzten 12km mussten wir rechtzeitig hinter uns bringen, damit wir unseren Bus nicht verpassten. Aber der Abstecher zum Seelöwenfelsen musste noch drin sein – auf keinen Fall auslassen. Am Ende wollte es der Trail nochmal wissen, und hat uns eine Leiter runtergejagt, damit wir wenige Meter später wieder eine hoch mussten. Das Spielchen hat sich mehrmals wiederholt. Puh! Da wäre ich doch gerne mit der alten Maschine, die mitten auf dem Weg steht, gerne davon gebraust. Ein wenig unspektakulär ging der Trail zuende, an der Seite auf einer Lichtung befindet sich plötzlich das Trailheadgebäude. Niemand, der einem auf die Schulter klopft und eine Urkunde ausstellt 😉 Noch schnell die letzte Tüte Asia-Nudeln gekocht, um dann mit dem Bus innerhalb von 4-5h zum Ausgangspunkt zurückzufahren.
So schnell endet dann das unvergessliche Abenteuer West Coast Trail.
robben-west-coast-trail
km-3-wctendspurt-wct-vancouver-islandblasen-auf-dem-west-coast-trail PS: Ich wollte schon immer mal ein ästhetische Fußbild online stellen 😀
PPS: Danke an Inka für’s allzeitige Bilder machen!

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5 Discussions on
“West Coast Trail – Part 2 – von Cribs Creek bis Pachena Bay”
  • Hi Manuela,
    Was für unglaublich schöne Bilder… Sieht nach einem wirklichen beeindruckenden Erlebnis aus, dass man so schnelle nicht wieder vergisst… Allerdings auch ziemlich anstrengend, v.a. mit so viel Gepäck 🙂 Auf einer Skala von 1 bis 10, welches Fitnesslevel braucht man denn deiner Meinung nach um den Trail zu schaffen?

    Liebe Grüße und viel Spaß in Südafrika
    Julia

  • Hey Martina!

    Die Fotos sind der Wahnsinn, wirklich beneidenswert! Wie schätzt du die Schwierigkeit des Trails ein? Ist das auch für Unerfahrene machbar oder braucht man tiefergehende Camping-Erfahrung?

    Ich überlege einen solchen Trip nach meinem Studium zu machen und stöbere deshalb momenten ein bisschen durchs Internet 🙂 Wie viel kostet so ein Trip insgesamt?

    Würde mich über einige Einblicke freuen!

    PS: Super-Blog, weiter so!:)

    • Hallo Christian,

      danke dir 🙂

      Also nachdem ich auch keine tiefergehende Campingerfahrung habe – wohl nicht! 😉 Sich ein bisschen online einzulesen, das sollte man definitiv tun. Und wenn man sich nicht vor Matsch und Regen scheut, kann eigentlich nichts schiefgehen.

      Puh, schwierige Frage. Also für den WCT musste man 2016 184 CAD bezahlen. Dazu kommen dann noch Flug nach Kanada, Mietwagen bzw. Busgebühren. Dann evtl. Kosten für die Ausrüstung (je nachdem, was schon vorhanden ist) und das mitzunehmende Essen.

      LG Manuela

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